Haegue Yang
Kasse, Shop, Kino und Weiteres

21. Oktober 2004 bis 9. Januar 2005

Ausstellungsverzeichnis

„Relational Irrelevance“ (2004) (Darmstadt Version)
(Lichtinstallation rechts vor dem Eingang zum Wechselausstellungsraum)
Hängelampe, Punktstrahler, Asymmetrischer Taktgeber

Diese Installation besteht aus einer kugelförmigen Hängelampe, die von einem Punktstrahler beleuchtet wird. Manchmal leuchtet die Lampe für kurze Zeit von selbst. Währenddessen ist der Strahler ausgeschaltet. Die technische Verknüpfung der beiden Lampen ähnelt der ab-hängigen Wechselbeziehung zweier Elemente, die eigentlich unabhängig voneinander exis-tieren. Der Ort ist undefiniert, eine unbelebte und unbenutzte Ecke, ein „Non-Place“ (Haegue Yang).


„Shaped Zoning Levels“
(2004)
Lichtinstallation
44 Neonröhren, Stahlseile


„Introduction Piece“ (2004)
Kasse und Shop des Hessischen Landesmuseums

Kasse und Shop aus dem Foyer wurden von der Künstlerin in die Ausstellung versetzt und neu geordnet. Das Foyer ist somit „aufgeräumt“ und klar. Die Künstlerin stellt &Mac226;ihren’ Platz für Kasse und Shop zur Verfügung, zugleich werden Kasse und Shop Teil ihrer Ausstellung. Der Besucher muss sich des Orts und der Dinge neu vergewissern.


„Storage Piece“ (2003)
Verschiedene Materialien, Ton (CD) (Performance: Britta Hübel, Markus Frank)

Diese Arbeit vereint in einer Skulptur verschiedene Werke der Künstlerin, die seit 1999 ent-standen sind. An verschiedenen Orten ausgestellt, wieder verpackt und transportiert, bilden sie nun ein Lager, das hier einen bestimmten &Mac226;Platz’ erhält, aber sich im &Mac226;Raum’ nur potentiell entfalten kann.

(siehe dazu Text zur Performance „Storage Piece“ für zwei Schauspieler)


„Analphabetische Überbleibsel“ (2004)
Dia-Projektion mit 80 Faxseiten

Dieses Projekt von Haegue Yang befasst sich mit der zwischenmenschlichen Kommunikation per Fax, in der aber keine spezifischen Inhalte übermittelt werden.
Per Fax wird eine leere Seite an eine Person gesendet, die anschließend wieder zurückge-faxt wird. Dabei sollen diese beiden Seiten nicht beschrieben werden. Die Seiten bleiben vollkommen leer. Zumeist entstehen dabei lauter leere Blätter – bis auf die Kopfzeilen. Aber dennoch bleibt des öfteren „etwas“ übrig auf dem Blatt, Spuren, die der Drucker selbst hin-terlässt – Spuren einer „inhaltsleeren“ oder nur vorgestellten Kommunikation.

(siehe dazu das anlässlich der Ausstellung entstandene Künstlerbuch:
Haegue Yang/Maureen Mooren/Daniel van der Velden: „The Pages“, Frankfurt am Main/Darmstadt 2004)

„9 x 13 = 36“ (2003)
Fototafeln, nummeriert, jeweils 75,2 x 93,5 cm

Die Fotografie begleitet das tägliche Leben der Künstlerin. In den letzten Jahren entstand ein beachtliches Fotoarchiv. Die Fotos von Straßen, Wegen oder Schauplätzen entstehen zufäl-lig. Beim Fotografieren wird weder die Augenhöhe verstellt, noch kommen aufwendige tech-nische Tricks zum Einsatz. Die Aufnahmen kommen relativ schnell und mühelos zustande, ohne nachträgliche Bearbeitung. Sie werden im Fotolabor maschinell entwickelt.
Die Fotoserie „9 x 13 = 36“ besteht aus arrangierten Fotos. Die Aufnahmen zeigen unter-schiedliche Orte und alltägliche Phänomene. Ort und Zeit sind vermischt. Aber oft ergibt sich eine Serie aus sich wiederholenden Motiven, die eine ganze Tafel bilden, in der ein be-stimmtes ästhetisches und soziales Phänomen behandelt wird.
Der Titel „9 x 13 = 36“ verweist auf das in dieser Arbeit verwendete Standardformat und gleichzeitig auf die Gesamtzahl der Abbildungen auf den einzelnen Tafeln. Es ist jedoch eine falsche Gleichung, wie auch die Zusammenstellung der Motive nicht grundsätzlich einem System folgt.


„Unfolding Places“ (2004)
Videoprojektion, DVD, Farbe, Ton, London/Seoul/Berlin
ca. 18 Min. (in englischer Sprache)

Das Video entstand überwiegend in London und Seoul. Haegue Yang bezeichnet es als eine Art &Mac226;Contemplative Street Movie’. Lichteffekte, welche die Kamera erzeugt, wechseln ab mit Straßen- und Raumansichten sowie bewusst inszenierten Filmsequenzen. Den Aufnahmen ist zeitlich versetzt ein gesprochener Text unterlegt worden. Beide reflektieren Beobachtun-gen, Gedanken, Erlebnisse über Orte, die tatsächlich existieren und genauso gefilmt wurden und solche, die erst mit Hilfe der Filmtechnik entstanden sind. Bild und Text liefern folglich zwei verschiedene Bedeutungsebenen, in denen sich die „Orte und Räume erst entfalten“ (Haegue Yang).


„Verhaltener Mut“ (2004)
Videoprojektion, DVD, Farbe, Ton, London/Seoul/Amsterdam/Frankfurt am Main
ca. 18 Min. (in deutscher Sprache)

Auch dieser Film arbeitet mit zwei Ebenen. Straßenszenen aus Seoul, Amsterdam, Frankfurt am Main und London sind von Stimmen begleitet, die über die Unmöglichkeit einer Annäherung an Menschen, die Zweifel an der eigenen Identität und den Schmerz des Verschwindens erzählen. Bild und Sprache laufen nicht parallel, um so eindringlicher erscheinen aber die Orte und die spannungsreiche Erzählung.